TUS Leopoldshöhe II gewinnt gegen GW Paderborn
17-09-2001
TuS Leopoldshöhe schlägt SC GW Paderborn mit 104,05 : 94,55 Punkten
"90 Punkte plus X", so lautete die Prognose von Trainer Bernd Vornholt-Niehaus vor dem ersten Wettkampftag der Oberliga-Saison gegen den Aufsteiger aus Paderborn. Angesichts der neuen Wertungsvorschriften und des dezimierten Kaders, schien diese Einschätzung kei-nesfalls aus der Luft gegriffen. Dass es den Leos am Ende gelang, die Paderstädter mit fast 10 Punkten Vorsprung zu schlagen, hatte im Vorfeld wohl wirklich niemand ernsthaft erwartet.
Der Grundstein für den Leopoldshöher Auftakterfolg wurde bereits am ersten Gerät gelegt. Trotz einer wenig bandscheibenfreundlichen Bodenturnfläche gelang es den Lippern, ihr Pro-gramm ohne große Fehler zu absolvieren, und einen komfortablen 3-Punkte-Vorsprung her-auszuturnen. Selbst Youngster Andrej Wiebe, der in dieser Saison erstmals in der Oberliga-Mannschaft antritt, zeigte keine Spur von Nervosität, und erturnte gute 4,85 Punkte. Überle-gener Tagessieger am Boden wurde Veit Wittenberg, der sich trotz "Wackler" bei der Stand-waage über 6,80 Punkte freuen durfte.
Eine alte Turnerweisheit besagt. "Das Pauschenpferd ist der Schwebebalken der Männer!". Wie sehr dies stimmt, sollten die Leos am zweiten Gerät zu spüren bekommen. Kaum eine der vier Mannschaftsübungen konnte ohne Fehler geturnt werden, und bisweilen brauchte der eine oder andere Turner sogar eine Auszeit, weil er von "Pommel" aus dem Sattel geworfen wurde. Allein Lars Minartz (4,20 Punkte) und Stefan Lütkehölter (4,90 Punkte) erreichten die 4-Punkte-Grenze. Der Aufsteiger aus Paderborn hielt sich hingegen wesentlich sicherer im Sattel, sodass das die Pauschenpferd-Wertung mit 14,75 : 12,90 Punkten an die Gastgeber ging.
"Jetzt bloß nicht den Sand in den Kopf stecken!", spornte der reaktivierte "Herr der Ringe" Sven Soerensen seine Mannschaftskameraden beim Wechsel zum dritten Gerät an, und zeigte ihnen, was ein Kreuzhang ist. Mit Wertungen jenseits der 6-Punkte-Marke blitzten dann auch Jens Sieveke und Nils Nagel auf, sodass der Ringe-Durchgang deutlich gewonnen werden konnte (18,30 : 14,55 Punkte) und der Vorsprung auf 6 Punkte ausgebaut wurde.
"Youngster schlägt Oldie!", besser kann man die Wertung am Pferdsprung nicht beschreiben. Der erst 14-jährige Andrej Wiebe war wohl selbst am meisten darüber überrascht, dass er mit seinem grandiosen Handstützüberschlag das Leopoldshöher Urgestein und ausgewiesenen Pferdsprungspezialisten Stefan Lütkehölter um 15 Hundertstel hinter sich lassen konnte. Da auch Jens Sieveke mit der Tageshöchstnote von 8,10 Punkten sein Sprungtalent unter Beweis stellte, war klar, dass die Leos das vierte Gerät mit 23,15 : 21,75 Punkten für sich entschieden hatten.
Doch ausgerechnet am Paradegerät des Leopoldshöher Teams, dem Barren, sollte dann "Mur-phys Gesetz" zuschlagen. Alles, was schief gehen kann, ging auch schief! Mit indiskutabeln 14,55 : 15,00 Punkten musste das fünfte Gerät an die Gastgeber abgegeben werden.
Trotzdem hatten die Leos beim letzten Gerätewechsel noch gut 6 Punkte Vorsprung auf den Gastgeber. Doch bislang zählte das Reck nicht gerade zu den Erfolgsgeräten der Westlipper. Aber die intensive Trainingsarbeit am Königsgerät sollte sich am Ende bezahlt machen, denn auch das letzte Gerät konnte mit deutlichem Vorsprung (17,55 : 14,15 Punkten) gewonnen werden. Ein Novum in der Leopoldshöher Turntradition stellte dabei die Tatsache dar, dass Jens Sieveke erstmals, wenn auch ohne Doppelsalto als Abgang, seine Übung ohne zwischen-zeitliche Magnesiaaufnahme durchturnen konnte.
Wie der Auftakterfolg gegen den Aufsteiger aus Paderborn einzuordnen ist, wird sich späte-stens am 29. September zeigen, wenn das Leopoldshöher Oberliga-Team gegen den Regio-nalliga-Absteiger KTS Mettingen im Münsterland antreten muss.
|