Oberliga: Leos Rumpfteam knapp geschlagen

03-11-2001

TuS Leopoldshöhe unterliegt KTV Iserlohn mit 101,50 : 108,95 Punkten

Trotz einer knappen Niederlage gegen die Mannschaft der KTV Iserlohn, konnten die Turner der Oberligamannschaft des TuS Leopoldshöhe in ihrem vierten Saisonwettkampf durchaus überzeugen. Das nur aus fünf Turnern bestehende Rumpfteam um Trainer Bernd Vornholt-Niehaus verkaufte seine Haut so teuer wie möglich und sorgte dafür, dass der Wettkampf bis zum letzten Gerät spannend blieb.

Dass sich die Leos einiges vorgenommen hatten, stellten sie bereits am ersten Gerät, dem Bodentur-nen, unter Beweis. Der erst 15-jährige Andrej Wiebe, der sein Leistungspotenzial angesichts der engen Personaldecke diesmal gleich an fünf Geräten unter Beweis stellen konnte, beeindruckte Kampfrichter und Publikum mit einer blitzsauberen Übung, für die er 5,20 Punkte erhielt. Angespornt von dieser Leistung, legten sich seine Mannschaftskameraden mächtig ins Zeug, sodass nach dem ersten Gerät insgesamt 18,00 Punkte für die Lipper verbucht werden konnten. Die KTV Iserlohn musste sich mit 17,45 Punkten begnügen und somit den Gästen die Gerätewertung überlassen.

Ein Auftakt nach Maß ... und dann das Zittergerät: das Seitpferd. Doch auch hier blieben die Leos sattelfest und turnten ihre Übungen ohne größere Fehler. Veit Wittenberg hielt sich am sichersten im Sattel und kam auf 5,05 Punkte. Die Mannschaft des Gastgebers zeigte aber insgesamt die schwierige-ren Übungen und sicherte sich die Gerätewertung verdient mit 17,15 : 13,05 Punkten.

Trotz dieser deutlichen Klatsche am zweiten Gerät, ließen sich die Turner des TuS Leopoldshöhe nicht aus dem Konzept bringen. Denn, zumindest der Legende nach, wurde das Ringeturnen schließlich in Lippe erfunden! Dass in dieser Legende offenbar tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit steckt, unterstri-chen die Leos durch ausgezeichnete Leistungen am dritten Gerät. Jens Sieveke, sonst eher weniger ein Freund der Riesenfelge an den Ringen, zog alle Register und wurde dafür mit 5,70 Punkten von den Kampfrichtern belohnt. Seine Mannschaftskameraden standen ihm in nichts nach, und sorgten dafür, dass der Ringedurchgang mit 18,60 : 15,75 Punkten für die Gastmannschaft gutgeschrieben werden konnte.

49,65 : 50,65 Punkte nach dem dritten Gerät. Ein verschwindend kleiner Punkt Unterschied zur Halb-zeit des Wettkampfes. Wer hätte gedacht, dass es die Leos, die mit dem letzten Aufgebot nach Iserlohn gereist waren, es so spannend machen würden?

Auch am nächsten Gerät, dem Pferdsprung, wurde nach der bewährten Rechenformel "fünf minus eins" verfahren. Diesmal war es Lars Minartz, der sich eine Auszeit nehmen, und die Sprünge seiner Teamkollegen mit der Videokamera festhalten durfte. "Alle Wertungen im grünen Bereich", so sein Kommentar, denn schließlich stand bei allen Springern eine 7 vor dem Komma. Doch wenn das, was hinter dem Komma steht, nicht ganz reicht und außerdem Klaus Erdmann von der KTV Iserlohn einen Tsukahara gestreckt wie aus dem Lehrbuch zeigt und dafür zu Recht 8,55 Punkte erhält, dann reicht am Ende selbst die 7 vor dem Komma nicht. Etwas einfacher formuliert: Der TuS Leopoldshöhe er-turnte gute 21,85 Punkte, die KTV Iserlohn war mit 23,60 Punkten noch besser.

Der Barren, das einstige Paradegerät der Leos. Aber was soll man tun, wenn die Paradeturner nicht im Kader sind? Trotz grundsolider Übungen gelang es dem Team aus dem Lipperland am vorletzten Ge-rät nicht, die Ausfälle zu kompensieren. Die Mannschaft der KTV Iserlohn hatte diese Personalpro-bleme nicht, und sicherte sich die Barrenwertung mit 18,50 : 14,05 Punkten.

Nach zwei verlorenen Geräten war der Vorsprung der Gastgeber in kurzer Zeit auf knapp über 7 Punkte angewachsen. Trotzdem wollten sich die Leos nicht vorzeitig geschlagen geben und wuchsen am Königsgerät, dem Reck, über sich hinaus. Allen voran Jens Sieveke, der für seine Übung 5,60 Punkte erhielt, ließ die Gastgeber nochmals ins Schwitzen kommen. Am Ende fehlten den Leos mit 15,95 : 16,20 Punkten jedoch der Hauch von 3 Zehnteln, um das letzte Gerät zu ihren Gunsten zu ent-scheiden.

Da für den letzten Wettkampftag am 10.11. in Mettingen berechtigte Hoffnung besteht, dass der TuS Leopoldshöhe nicht nochmals mit einem Mini-Kader antreten muss, ist zu hoffen, dass die Leistungen zum Saisonfinale gegen die Annener Turnerschaft nochmals gesteigert werden können und die dies-jährige Oberligasaison zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden kann.

Oberliga-Team des TuS Leopoldshöhe

Von links nach rechts: Veit Wittenberg, Stephan Hetzer, Stefan Lütkehölter, Sven Soerensen, Trainer Bernd Vornholt-Niehaus, Lars Minartz, Jens Sieveke, Marco Kindler




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