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Saisonauftakt in der 2. Kunstturnbundesliga Nord
10-11-2001
TuS Leopoldshöhe startet mit ausgeglichenem Punktekonto in die neue Saison
Beim Saisonauftakt der zweiten Kunstturn-Bundesliga in Potsdam konnte die erste Garde des TuS Leopoldshöhe überzeugen und die ersten zwei Punkte unter Dach und Fach bringen. Erstmals in der Liga-Geschichte traten drei Mannschaften gegeneinander an: Der gastgebende SC Potsdam, der SKV Siegerland und der TuS Leopoldshöhe. Gegen die Brandenburger war erwartungsgemäß nichts zu holen. Die Gastgeber gewannen den Wettkampf klar mit 195,25 Punkten. Die Lipper konnten 184,70 Punkte für sich verbuchen und damit die Siegerländer (117,70) deutlich in die Schranken weisen. Außerdem gingen 16 Gerätepunkte auf der Konto des TuS, 12 im direkten Vergleich mit dem SKV und 4 gegen die Potsdamer aufgrund der höheren Resultate am Boden und Sprung.
„Das war ein verheißungsvoller Auftakt, mit dem wir zufrieden sein können. Man hat aber auch klar gesehen, wo wir uns noch verbessern können“, meinte Teamchef Friedrich-Wilhelm Nagel nach dem Wettkampf.
Star der Veranstaltung war der frischgebackene Vizeweltmeister am Sprung, Jewgeny Sapronenko. Er turnt mittlerweile im siebenten Jahr für den TuS und konnte seine Ausnahmestellung auch in Potsdam untermauern. Trotz neuer Wertungsvorschriften kam er am Boden (9,10) und am Sprung (9,00) auf über neun Punkte und hatte mit insgesamt 50,70 Punkten den größten Anteil am Leopoldshöher Erfolg.
Das Los bescherte den Leopoldshöhern als erstes Gerät das Seitpferd – ein psychologischer Nachteil, denn hier gibt es traditionell die wenigsten Punkte. Leopoldshöhe geriet gegenüber den favorisierten Potsdamern, die währenddessen beeindruckende Bodenübungen zeigten, sofort ins Hintertreffen (27,85 : 32,10). „Hier ist für mich bereits die Vorentscheidung gefallen“, meinte Trainer Jens Fischer anschließend. „Das waren optisch fünf Punkte Rückstand nach dem ersten Gerät und jeder dachte wohl: ´Die schlagen wir heute nicht.´“ Gegenüber den Siegerländern war ebenfalls nach dem ersten Gerät schon alles klar. Sie traten mit nur drei Turnern an und fanden sich schnell mit der Verliererrolle ab. Nach dem ersten Durchgang hatten sie bereits über acht Punkte Rückstand.
Am zweiten Gerät – für die Lipper die Ringe – konnte insbesondere Miroslaw Tam überzeugen. Er erzielte mit 7,95 Punkten die dritthöchste Wertung aller Teilnehmer. Nur WM-Teilnehmer Eric Revelins (Potsdam, 9,05) und der WM 13. im Mehrkampf, Jewgeny Sapronenko (Leopoldshöhe, 8,80) waren besser. Anschließend drehten die Leopoldshöher richtig auf. Am Boden nahmen sie den Potsdamern nach blitzsauberen Übungen von Frank Pollmeier (7,75), Thomas Neitzel (8,10), Neuzugang Falk Seeliger (8,25) und dem WM-Fünften an diesem Gerät, Jewgeny Sapronenko (9,10), über einen Punkt ab.
Nach dem dritten Gerätedurchgang schien für kurze Zeit alles wieder offen, der Punkterückstand verringerte sich auf 4,95. Leopoldshöhe kämpfte. Am Barren wusste besonders Steffen Jahn zu gefallen. Er kam nach virtuos vorgetragenen Elementen auf 7,45 Punkte. In der Endabrechnung fiel man jedoch wieder zurück. Resignation machte sich aber nicht breit.
Am fünften Gerät, dem Reck, entlockte Thomas Neitzel dem Kampfgericht mit einem Salto über der Reckstange zum Wiederfassen die höchste Leopoldshöher Wertung (8,05). Jewgeni probierte nach Absprache mit Trainer Jens Fischer eine Weltneuheit: Ein Flugelement aus dem Steinemann-Riesen. Er verfehlte die Stange. Dennoch: Turnt er das Teil auf einem internationalen Wettkampf ohne abzusteigen, trägt es für immer seinen Namen – eine Ehre, die den Versuch unter Wettkampfbedingungen wert war.
Am Sprung konnten die Leopoldshöher mit 34,80 Punkten schließlich noch die höchste Gerätewertung an diesem Tag einfahren – so brauchte der Leopoldshöher Nachwuchsturner und Westfalenmeister an diesem Gerät, Jens Sieveke, nicht mehr einzugreifen. Er war als Joker vorgesehen.
Am kommenden Samstag, den 17.11.01 steigt bereits der zweite Wettkampf. Der TuS empfängt um 15.00 Uhr in der Zweifachhalle am Schulzentrum Leopoldshöhe den TS Wolfsburg und TSV Bayer 04 Leverkusen. Der Vizeweltmeister präsentiert sich dem eigenen Publikum – erwartet wird ein volles Haus und tolle Stimmung.
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