Leos verlieren gegen Potsdam

10-12-2000

Der TuS Leopoldshöhe hat den direkten Vergleich mit dem SC Potsdam um den 2. Tabellenplatz und somit das Erreichen eines Relegationsplatzes zur ersten Bundesliga verloren. Die Niederlage kam nicht ganz überraschend, da Leopoldshöhes Spitzenturner Evgueni Sapronenko in Glasgow um den Gewinn des diesjährigen Grand-Prix-Finals kämpfte und somit in Potsdam fehlte. Die Gerätewertungen gingen komplett an den Olympiasportklub:

Potsdam : Leopoldshöhe
Boden:35,45 : 32,75
Seitpferd:35,05 : 32,35
Ringe:33,30 : 32,80
Sprung:36,20 : 33,70
Barren:34,40 : 30,40
Reck:33,55 : 30,05


Obwohl der Wettkampf an die Brandenburger ging, gewann der TuS Leopoldshöhe doch eine Wertung, nämlich die gegen den Spitzenturner der Potsdamer, Eriks Revelins. Der wettete vor dem Wettkampf mit den Leo's, dass sie ohne Evgueni lediglich 150 Punkte erreichen würden. Trotz der liberalen Wertung der Kampfrichter zeigten die Leopoldshöher "echte" 190 Punkte. Nimmt man Evguenis letztes Wettkampfergebnis in Höhe von 53,85 Punkten zugrunde und streicht die jeweils schlechteste Wertung, wäre das Ergebnis eine 201,75 gewesen - neue Bestleistung. Kein Wunder, dass Trainer Jens Fischer der Mannschaft nach dem Wettkampf für die beste Saisonleistung dankte.

Die Potsdamer starteten am Boden anders als in der Vorwoche, wo sie in Oberhausen verletzungsgeschwächt 193,85 Punkte erturnten, in Bestbesetzung. Der Ex-Leopoldshöher Alexander Pach, Markus Papiernik, der Dritte der Jugend - EM von 1999, Sebastian Höpfner, sowie Eriks Revelins legten erstligareife 35,45 Punkte vor und untermauerten ihre Ambitionen auf den Sieg an diesem Tag. Die Leopoldshöher gaben jedoch keineswegs auf und turnten im oberen Bereich ihrer Möglichkeiten nahezu 32,75 Punkte und somit exakt die Punktzahl aus der Vorwoche mit Evgueni. Premiere auf Sapronenkos Startplatz hatte dabei Miroslaw Tam, der sich mit fast 8 Punkten Endwert für weitere Aufgaben empfohl.

Die nächste Gelegenheit dazu hatte er am Pauschenpferd, wo er wiederherum fehlerfrei agierte. Frank Pollmeier, Steffen Jahn und mit seiner persönlichen Bestleistung von 8,60 Punkten, Thomas Neitzel, komplettierten das Pauschenpferdergebnis zu insgesamt 32,35 Punkten. Die Turner aus Brandenburg zeigten insgesamt mehr Schwierigkeiten (gesamter Ausgangswert 38,20 zu 36,00 der Leo's) und hatten insgesamt weniger Abzüge (3,15 zu 3,65 der Leo's), so dass sie das Gerät verdient gewannen.

An den Ringen wurde es zum ersten Mal in diesem Vergleich knapp. Frank Pollmeier, Miroslaw Tam, Steffen Jahn und Altmeister SvenTippelt begannen und hatten bis zum letzten Turner des OSC 5 Hunderstel Vorsprung. Eriks Revelins jedoch behielt die Ruhe und ließ mit einer 9,50 nichts anbrennen.

Am Sprung fehlte Evgueni besonders, da Steffen Jahn wegen Fußproblemen einen Startverzicht bekannt gab. Nils Nagel, der seit einem Sturz bei einem Schauturnen vor drei Wochen an Rückenschmerzen laboriert, gab sich einen Ruck, um nicht drei statt vier Sprungwertungen in das Endergebnis einzubringen. Seine 8,05 waren ein schöner Lohn. Besser konnten es Frank mit einer 8,60, Emanuel Schultz mit einer 8,50 und Thomas mit einer 8,55. Die Potsdamer agierten wie am Pauschenpferd schwieriger (38,20 Punkte Ausgangswert zu 35,80 der Leo's) und gewannen auch den Pferdsprung klar.

"Mensch Sven, turn Dich doch mit ein", meinte Nils Nagel zu dem Edeljoker Sven Tippelt, als es an den Barren ging. Der plädierte auf Schulterschmerzen und Ende der Saison für ihn. Er überwand sich jedoch und zeigte den begeisterten Potsdamern, wer den Tippelt erfunden hat und wie man ihn immer noch am schönsten turnt. Als sich der erste Starter der Leo's, Thomas, bei einer Riesenfelge vergriff und den Barren äußerst spektakulär verließ, schien Tippelts Einsatz gekommen. Doch da noch drei weitere Turner für den TuS auf der Startliste standen, unter ihnen zum ersten Mal seit drei Jahren Miroslaw, verzichtete Trainer Fischer, seinen ersten Joker des Wettkampfs zu setzen. Die restlichen Leopoldshöher turnten Barren wie aus der Sendung "Wünsch Dir was" - nämlich fehlerfrei und souverän. Schade, dass Evgueni fehlte und Sven verzichtete. Diese Barrenleistung lässt sich Gutes für die Saison 2001 ahnen.

Vom Reck lässt sich berichten, dass Emanuel Schultz für den verletzten Nils Nagel startete und eine 7,40 bekam, Steffen und Thomas ebenso wie "Eddie the Eagle" sicher ihre Flugteile an die Stange brachten und jeweils 8,25 Punkte einheimsten. "Schade", meinte Steffen noch während er sich bei seinem Abgang mit den Händen am Boden abstützte. Nach seinem Doppelsalto gestreckt mit ganzer Längsachsendrehung musste er leider auffassen und bekam dafür 0,5 Punke abgezogen. Frank Pollmeier komplettierte das Reckaufgebot und beendete seinen ersten Saisonsechskampf mit beachtenswerten 46,10 Punkten.

Am Ende der Saison haben die Turner des TuS Leopoldshöhe gezeigt, dass sie in der Lage sind, um die Spitze der zweiten Kunstturnbundesliga mitzukämpfen. Sie haben somit den Abstieg aus der ersten Liga ohne Auflösungstendenzen überstanden. Vielmehr haben die Vergleiche gegen Leverkusen, bei dem Emanuel und Steffen fehlten, sowie der letzte Vergleich ohne Sapronenko gezeigt, dass die Mannschaft in dieser Besetzung Potential hat.




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