TSV Bayer 04 verzichtet künftig auf Kunstturnen
30-04-2003
Sportgymnastik und Rhönradturnen bleiben erhalten
Leverkusen. Der TSV Bayer 04 Leverkusen e.V. trennt sich mit sofortiger Wirkung von seiner langjährigen Sparte Kunstturnen. Durch diese und andere Maßnahmen kann der über 11.000 Mitglieder starke Sportverein in seinem Gesamtetat das von der Bayer AG als Hauptsponsor geforderte Einsparungspotenzial realisieren, das im übrigen sämtliche 29 Bayer-Sportvereine erfüllen müssen. Nach intensiven Gesprächen mit dem Bayer-Sportbeauftragten Meinolf Sprink und mehrwöchigen internen Überlegungen sah sich der Geschäftsführende Vorstand des TSV Bayer 04 zu diesem unpopulären Schritt gezwungen.
Damit kommt es auch zu einem Rückzug der TSV-Riege von der im Oktober beginnenden Zweitligasaison bzw. zur Auflösung des Landesliga-Teams. Die betroffenen Turner können sich jedoch noch rechtzeitig einem anderen Verein anschließen, da die Meldefrist noch nicht abgelaufen ist.
Die bisher auf drei Säulen stehende TSV-Abteilung setzt ihre Arbeit unter der Leitung von Dieter Jakob künftig mit den beiden Bereichen Rhythmische Sportgymnastik und Rhönradturnen fort. Dieter Jakob: "Natürlich ist es bedauerlich, wenn sich trotz der guten Arbeit von Trainern und Sportlern eine gewisse Tradition verabschiedet. Aber die anfallenden Kosten für die Turner standen leider mit Blick auf den sportlichen Wert in keinem gesunden Verhältnis mehr." Konkret sind knapp 20 männliche Aktive betroffen.
Während in den 70er-Jahren gleich sieben Bundesliga-Meistertitel bei den Herren gefeiert werden konnten und Olympiateilnehmerin Uta Schorn einst zur "Sportlerin des Jahres 1973" avancierte, spielte Leverkusen in der jüngeren Vergangenheit bei den Wettkämpfen an Ringen, Barren, Reck oder Pferd keine dominierende Rolle mehr. Bundesweit befindet sich das Kunstturnen aufgrund von tiefgreifenden Strukturproblemen und fehlenden Sponsoren schon seit einiger Zeit in der Krise.
Quelle: Presseinfo TSV Bayer 04 Kunstturnen
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