Leopoldshöhe landet Kantersieg im Saarland
09-10-2004
2. Kunstturn-Bundesliga: TG Saar II - TuS Leopoldshöhe 9 : 73
Dillingen/Saar (Lü). Die "Erste" des TuS Leopoldshöhe feierte am Samstag in der 2. Bundesliga ihren ersten Auswärtssieg. Und wie. In beeindruckender Manier schlug die Mannschaft um Trainer Jens Fischer am Samstag in Dillingen den TG Saar II. 73 : 9 hieß am Ende das Ergebnis, 12:0 die Gerätewertung. Von insgesamt 24 Einzelduellen konnten die Lipper 19 für sich entscheiden. Damit unterstrichen sie wieder einmal ihre Spitzenstellung in der 2. Liga.
"Unsere mannschaftliche Geschlossenheit war heute beeindruckend. Die Saarländer konnten machen was sie wollten, wir hatten immer eine Antwort parat." Dieses Fazit zog Jens Fischer nach dem Wettkampf. Selbstbewusst fügte er hinzu: "Wer Meister werden will, muss an uns vorbei."
Widerspruch braucht er keinen zu fürchten. 65:10 im ersten Wettkampf gegen Koblenz, jetzt 73:9 - klarer lässt sich die aktuelle Überlegenheit der Lipper kaum unterstreichen. Nahtlos knüpfen sie an die Erfolge der letzten Saison an, wo sie ungeschlagen die Liga beherrschten. "Zugegeben, unsere Situation ist komfortabel", bemerkte Teamchef Friedrich-Wilhelm Nagel. "Es macht Spaß, den Jungs zuzuschauen." Er findet aber auch mahnende Worte. "Die Liga schaut auf uns und achtet sehr genau darauf, wie wir auftreten und mit den Erfolgen umgehen. Jetzt gilt es, auf dem Teppich zu bleiben."
Selbstkritische Bemerkungen tragen dazu bei, derartige Befürchtungen zu zerstreuen. So wie beim erst 20-jährigen Alexander Donath. Ihm war es vergönnt, mit seiner Seitpferd-Übung die ersten vier Scorepunkte einzufahren. An den Ringen legte er dann gleich noch vier nach, obwohl er seinen "Aserjan" zweimal ansetzen musste. "Ich weiß jetzt, wo ich nächste Woche im Training noch mal nachschärfen könnte. Es kommen noch stärkere Gegner."
Bei allem Verbesserungspotenzial - es blieb für die zahlreich angereisten Turnfans aus dem Saarland viel Raum zum Staunen über die Leistungen der Leopoldshöher. Wie zum Beispiel über die von Thomas Neitzel. Er trug nach seinen Auftritten breit grinsend das T-shirt für den Top-Scorer. Eine exzellente Vorstellung bot er vor allem am Reck. Der "Kovacz-Salto" gelang perfekt. Von der schwierigsten Übung aller Teilnehmer konnten Sven Tippelt und seine Kampfrichter-Kollegen nur minimale Abzüge vornehmen. Teilen musste er sich die Trophäe allerdings mit Martin Lamer. Wie Thomas Neitzel steuerte auch er 12 Score-Punkte zum Ergebnis bei. Herausragend war seine Bodenübung. Komplizierte Sprungverbindungen führten zu einem hohen Ausgangswert. Mit 5 Score-Punkten sicherte er sich hier die maximale Ausbeute.
Ronald Mahnke verfehlte die Rekord-Marke von 12 Score-Punkten nur um einen Zähler. Er war wie immer "eine Bank" am Seitpferd und zeigte mit seinem spektakulären Sprung, dass man auch als junger Vater immer noch Zeit und Motivation zu Höchstleistungen aufbringen kann.
Den sichersten Sprung mit der höchsten Wertigkeit turnte Falk Seliger. Dafür gab´s drei Score-Punkte. Noch einmal vier sicherte er sich mit einer routiniert vorgetragenen Bodenübung.
Glänzend aufgelegt war auch Markus Papiernik. Er punktete an drei Geräten (Seitpferd, Barren und Reck) und kam insgesamt auf 10. Dirk Seliger bezog das berühmte "Fleißkärtchen". Er war der TuS-Turner mit den meisten Einsätzen. An fünf Geräten genoss er das Vertrauen des Trainers, hatte zweimal Pech mit seinem Gegner bis er am Barren noch einmal "in die Vollen" langte, wo er fünf Score-Punkte bekam. Miroslaw Tam fand an den Ringen zu alter Stärke zurück und distanzierte seinen Gegner des TG Saar II um Längen. In seiner zehnten Saison für Leopoldshöhe ist er aus den Siegerlisten schon nicht mehr wegzudenken.
Befragt nach dem Erfolgsgeheimnis 2004 verwies man einstimmig auf die Antwort aus dem letzten Jahr: Die mannschaftliche Ausgeglichenheit. "Die Leistungsdichte ist sehr hoch", so Trainer Jens Fischer. Die Ausgangswerte aller vier Turner liegen pro Gerät im Schnitt nur sechs Zehntel auseinander - nach alter Rechenart. Die Endnoten liegen eng zusammen. Damit lassen wir dem Gegner kaum Spielraum für taktische Überlegungen."
Bereits am kommenden Samstag haben die Turner wieder die Gelegenheit, sich vor eigenem Publikum zu präsentieren. Gegner ist in der Zweifachhalle der Grundschule Nord in Leopoldshöhe die TSG Sulzbach. Beginn: 15.00 Uhr.
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