Leopoldshöhe II: Zweite Sensation bleibt aus

09-10-2004

Kunstturn-Oberliga Westfalen: TuS Leopoldshöhe II - KTV Iserlohn 107,85 : 114,70

Leopoldshöhe (Lü). Der Durchmarsch der "jungen Wilden" in der Oberliga-Westfalen ist vorerst gestoppt. Leopoldshöhes "Zwote" fand am vergangenen Samstag im KTV Iserlohn ihren Meister. In eigener Halle konnte die Riege um Trainer Bernd Vornholt-Niehaus nach dem überraschenden Auswärtssieg in Coesfeld keinen zweiten Coup landen.

"Damit sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und das ist wohl auch ganz gut so." Teamchef Friedrich-Wilhelm Nagel schätzte die Situation richtig ein. "Heute ging es darum, gegen einen insgesamt reiferen Gegner Wettkampfpraxis zu sammeln und Moral zu zeigen. Das ist gelungen - immerhin konnten wir zwei Gerätewertungen für uns entscheiden."

Die Ausgangssituation für die Lipper war denkbar ungünstig. Während Iserlohn in Bestbesetzung antrat, musste Leopoldshöhe gleich auf drei Leistungsträger verzichten. Mit Nils Nagel (Schulter verletzt), Stefan Lütkehölter (Achillessehnenriß) und Sven Sörensen (Fußverletzung) fehlten die drei erfahrensten Kräfte. So mussten Jens Sieveke, Kristian Grundmann, Jan-Felix Irrgang, Veit Wittenberg und Lars Minartz zu fünft die Kohlen aus dem Feuer holen.

Sie turnten zwar einen bravourösen Wettkampf, hatten aber ein Problem - und das hieß Klaus Erdmann. Der Iserlohner ist mehrfacher Westfalenmeister mit Regionalliga-Erfahrung. Er erturnte - obwohl er nicht seinen besten Tag erwischte - allein 43,30 Punkte und damit im Schnitt 1,20 Punkte pro Gerät mehr als die Youngster "von der Höh". "Am Ende haben genau diese 7,20 Punkte zum Sieg gefehlt", analysierte Jörg Klein-Günnewyck in der Wettkampfleitung.

Der guten Stimmung in der Mannschaft tat die Niederlage jedenfalls keinen Abbruch. "Damit mussten wir rechnen", so Jens Sieveke. "Das Positive überwiegt." Und das sind jede Menge neu erlernter und erfolgreich präsentierter Einzelteile sowie vier gewonnene Gerätepunkte.

Die ersten zwei gab´s gleich am Boden. Die beiden Nachwuchsstars Kristian Grundmann und Jan-Felix Irrgang scheuten sich nicht, zweitliga-reife Schwierigkeitsgrade aufzubieten (8,80 bzw. 8,60 Punkte Ausgangswert). Ihre Vorstellungen wurden mit 6,80 bzw. 7,40 Punkten belohnt. Am saubersten turnte Veit Wittenberg (6,90). Auch die Sprung-Wertung entschied der TuS für sich. Hier glänzte der mehrfache Westfalenmeister an diesem Gerät, Jens Sieveke mit der Tageshöchstnote von 8,40 Punkten.

Verbesserungspotenzial bieten vor allem das Seitpferd, das mit -4,20 Punkten abgegeben wurde und die Ringe (-3,35). "Ohne diese beiden Geräte hätten wir gewonnen." Lars Minartz lag mit dieser Bemerkung zwar richtig, aber die historischen Gepflogenheiten seit Turnvater Jahn verlangen von den Leos jetzt eben erhöhten Trainingsaufwand an gerade diesen ungeliebten Stationen.

Relativ knapp war´s am Barren (17,0 : 17,5) und am Reck (14,6 : 15,7), wo auf einer kompakten Mannschaftsleistung aufgebaut werden kann.

"Als nächstes geht´s darum, die Spannung bis zum Ligafinale am 13.11.04 in Mettingen aufrecht zu erhalten und die gezeigten Schwierigkeiten zu stabilisieren", so Trainer Bernd Vornholt-Niehaus. Am letzten Wettkampftag wollen wir aus dem Dreier-Wettkampf zumindest noch zwei Punkte holen und die Saison mit ausgeglichenem Konto abschließen. Das wäre angesichts der dünnen Personaldecke schon ein Riesenerfolg."




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